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GGU-CONNECT - Integration mit QGIS

GGU-CONNECT kann mit dem freien Geoinformationssystem QGIS verbunden werden. Dadurch lassen sich Bohrungen, Bodenschichten und Grundwasserstände direkt auf Karten visualisieren und mit anderen GIS-Daten kombinieren.

Die Integration besteht aus zwei Komponenten:

Komponente Beschreibung
PostGIS-Datenbank-Views SQL-Views, die GGU-CONNECT-Daten als räumliche Layer bereitstellen
QGIS Plugin Plugin für den bidirektionalen Workflow zwischen QGIS und GGU-Programmen (optional)

Voraussetzungen

Komponente Anforderung
GGU-CONNECT Datenbank auf PostgreSQL (nicht MS Access, nicht MS SQL Server)
Datenbankschema v2.0 oder neuer
PostgreSQL Version 12 oder höher
PostGIS Erweiterung für räumliche Daten, in der Datenbank aktiviert
QGIS aktuelle Version

Das Installationsskript

Die Views werden mit einem SQL-Skript angelegt. Es liegt im GGU-CONNECT-Installationsverzeichnis unter db/postgres/ und heißt postgis-createview_GGUCONNECT-QGIS_v5.0.sql.

Falls es dort nicht vorhanden oder nicht in der aktuellen Version verfügbar ist, fordern Sie es bitte unter support@ggu-software.com an.

Schritt 1: PostGIS-Erweiterung installieren

In pgAdmin (oder einem anderen SQL-Client) mit der PostgreSQL-Datenbank verbinden und die PostGIS-Erweiterung aktivieren:

CREATE EXTENSION IF NOT EXISTS postgis;

Installation prüfen:

SELECT PostGIS_Full_Version();

Schritt 2: QGIS-Views installieren

Das Skript aus dem Installationsverzeichnis (siehe oben) in pgAdmin oder psql ausführen. Es erstellt die drei Views und die benötigten Indizes und ist wiederholt ausführbar — vorhandene Views werden vorher verworfen.

Alle Geometrien werden automatisch nach EPSG:25832 (ETRS89 / UTM Zone 32N) transformiert.

Zur Versionierung

Aktuell ist Views v5.0. Die frühere Version v4.0 war auf das alte Datenmodell v1.x ausgelegt und installiert gegen Datenbanken ab Schema v2.0 nicht mehr — sie liest Spalten, die es dort nicht mehr gibt (Koordinaten liegen seit v2.0 in der Tabelle Location, die Kindtabellen hängen an BoreholeID statt LocationID). Wer noch eine v4.0-Anleitung oder ein v4.0-Skript in Gebrauch hat, sollte auf v5.0 wechseln.

View 1: vw_qgis_borehole_summary

Ein Punkt pro Bohrung mit aggregierten Statistiken aus Bodenschichten, Grundwasser und Proben.

Spaltengruppe Spalten
Kennungen LocationID, location_ref_id, ProjectID, ExternalID, borehole_name
Projekt project_name, project_nr
Stammdaten begin_date, end_date, BoreholeType
Lage coordinate_system_epsg, x_coordinate, y_coordinate, z_coordinate_begin, z_coordinate_end, height_system, height_query
Bodenschichten soil_layer_count, soil_min_depth, soil_max_depth, soil_types_summary, soil_groups_summary
Grundwasser groundwater_measurement_count, groundwater_min_depth, groundwater_max_depth, groundwater_avg_depth
Grundwasser, älteste Messung earliest_groundwater_date, earliest_groundwater_depth, earliest_groundwater_nhn
Grundwasser, neueste Messung latest_groundwater_date, latest_groundwater_depth, latest_groundwater_nhn
Proben sample_count
Geometrie geom (Point Z, EPSG:25832)

LocationID ist die Bohrungs-Kennung

Die Spalte LocationID enthält die GUID der Bohrung, nicht die der Location. Das ist Absicht: das QGIS-Plugin nutzt diese Spalte für „Bohrung in GGU-STRATIG öffnen", und die Bedeutung ist damit dieselbe wie beim alten v1.x-Primärschlüssel. Der echte Fremdschlüssel auf die Tabelle Location steht daneben als location_ref_id.

Verwendung: Übersichtskarten, Projektfilterung, Grundwasserauswertung, Bohrkampagnen-Statistiken.

View 2: vw_qgis_soil_layers

Ein Datensatz pro Bodenschicht als vertikale 3D-Linie von Schichtoberkante bis Schichtunterkante.

Spaltengruppe Spalten
Kennungen SoilLayerID, borehole_location_id, location_ref_id, borehole_name, borehole_external_id
Projekt project_name, project_nr
Tiefen depth_from, depth_to, layer_thickness
3D-Koordinaten _from_x, _from_y, _from_z, _to_x, _to_y, _to_z
Bodenansprache main_soil_type, abbreviation_line, SoilTypes, SoilGroup, Petrography, Stratigraphy, Genesis, Color, Additions, Texture, LimeContent
Texte TextA1, TextA2, TextB, ShortText, SupplementaryNote
Sonstiges LayerCounter, EPSGID
Geometrie geom (LineString Z, EPSG:25832)

Verwendung: 3D-Visualisierung, Schichtmächtigkeit-Analyse, Bodenarten-Kartierung, geologische Schnitte.

View 3: vw_qgis_soil_layers_points

Gleiche Attribute wie vw_qgis_soil_layers, jedoch ein 3D-Punkt in Schichtmitte statt einer Linie. Statt der sechs From/To-Koordinaten gibt es _x, _y, _z; die Geometrie ist geom (Point Z, EPSG:25832).

Verwendung: punktbasierte Auswertungen, thematische Karten, schnelleres Rendering als Linien.

Performance-Indizes

Das Skript legt zusätzlich Indizes an, damit die Views auch bei großen Projekten zügig laden — auf den Projekt- und Location-Verweisen der Bohrungen, auf den Koordinaten der Locations, auf den Bohrungsverweisen von Bodenschichten, Grundwasserständen und Proben sowie auf dem Messdatum der Grundwasserstände. Es ist kein manueller Schritt nötig.

Schritt 3: QGIS mit der Datenbank verbinden

  1. QGIS öffnen und ein neues oder bestehendes Projekt anlegen
  2. Im Browser-Panel: PostgreSQL › Neue Verbindung
  3. Verbindungsdaten eingeben:
Feld Wert
Name frei wählbar, z. B. „GGU-CONNECT Produktion"
Host Hostname des PostgreSQL-Servers
Port 5432 (Standard)
Datenbank Name der GGU-CONNECT-Datenbank
Benutzername / Passwort Zugangsdaten der Datenbank
  1. Verbindung testen und speichern

Schritt 4: Views als Layer hinzufügen

  1. Im Browser-Panel die neue PostgreSQL-Verbindung aufklappen
  2. Unter public die gewünschten Views auswählen:
    • vw_qgis_borehole_summary — Bohrungsübersicht
    • vw_qgis_soil_layers — Bodenschichten als 3D-Linien
    • vw_qgis_soil_layers_points — Bodenschichten als Punkte
  3. Per Doppelklick oder Drag-and-Drop als Layer hinzufügen

Die Aufschlüsse werden im Koordinatensystem EPSG:25832 angezeigt.

grafik-20250922-150122.png

Tipps für die Darstellung

  • Bohrungsübersicht: nach project_name oder soil_max_depth einfärben
  • Bodenschichten: nach main_soil_type oder SoilGroup kategorisieren
  • Grundwasser: aus vw_qgis_borehole_summary die Spalten groundwater_avg_depth oder latest_groundwater_nhn für Interpolation verwenden

QGIS Plugin (optional)

Für erweiterte Funktionen steht das GGU QGIS Plugin zur Verfügung — Bohrungen direkt in GGU-STRATIG öffnen, neue Bohrungen sowie Druck- und Rammsondierungen aus Planungspunkten erzeugen. Siehe GGU-CONNECT - QGIS Plugin.


Bei Problemen oder Fragen bitte an support@ggu-software.com wenden.