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GGU-CANTILEVER: Stahlbetonbemessung

Die Stahlbetonbemessung erfolgt alternativ nach EC 2 oder DIN 1045 (alt) je nach gewähltem Sicherheitskonzept. Die Bewehrung wird in allen Elementschnitten der Wand berechnet (siehe “Theoretische Grundlagen: Statisches System” ). Der Schnitt mit der größten Bewehrung wird ausgegeben.

Der Wandbereich oberhalb des Fundaments wird mit den Schnittgrößen des Wandbereichs bemessen (siehe “Theoretische Grundlagen: Winkelstützmauer-Ermittlung Wandbeanspruchung für Stahlbetonbemessung”.

Die Schnittgrößen M und Q im Anschnitt der beiden Sporne werden aus der Bodenpressung und den Lasten auf dem Sporn berechnet. Die Modellvorstellung ist ein Kragarm, der am Anschnitt zur Wand eingespannt ist. Die Normalkraft N ergibt sich aus dem passiven Erddruck.

Am erdseitigen Sporn gehen folgende vertikale Lasten ein:

  • Bodenpressung unter dem Sporn (nach oben)
  • Eigengewicht des Sporns
  • Boden über dem Sporn bis zur Ersatzwand, einschließlich eines Böschungskeils
  • Vertikalkomponente des Erddrucks auf die Ersatzwand, angesetzt am Spornende als Last nach unten (seit Version 6.3)
  • Flächenlast, Blocklasten sowie einseitig und zweiseitig begrenzte Lasten im Bereich über dem Sporn
  • Sohlwasserdruck (entlastend)

Am luftseitigen Sporn gehen die Bodenpressung, das Eigengewicht des Sporns, der Boden über dem Sporn, der Sohlwasserdruck und die Vertikalkomponente des Erdwiderstands ein.

Die Horizontalkomponente des Erddrucks auf die Ersatzwand geht nicht in das Spornmoment ein. Das Spornmoment wird unabhängig vom Wandmoment ermittelt, also nicht aus dem Gleichgewicht am Wandanschnitt (Wandmoment und Moment des anderen Sporns). Es kann deshalb deutlich vom Wandmoment abweichen und auch größer als dieses sein, zum Beispiel bei einer Böschung hinter der Wand, die eine große Vertikalkomponente des Erddrucks erzeugt.

Ist ein Sporn höchstens 0,10 m breit, wird für den anderen Sporn der betragsmäßig größere Wert aus dem Kragarm-Moment und dem Wandmoment am Anschnitt angesetzt.

Bodenpressung und Lasten auf dem Sporn werden stets mit der vollen Verkehrslast angesetzt. Der Schalter "Lastfall "Kein Verkehr auf Sporn" untersuchen" (siehe Menüeintrag "Neu") wirkt nur auf die Standsicherheitsnachweise, nicht auf die Stahlbetonbemessung (seit Version 6.2). Für die Bemessungswerte werden die ständigen Anteile einschließlich der Bodenpressung mit dem Teilsicherheitsbeiwert für ständige Einwirkungen und die Verkehrsanteile mit dem Teilsicherheitsbeiwert für veränderliche Einwirkungen multipliziert.

Klafft die Sohlfuge über mehr als die halbe Fundamentbreite, werden für die Sporne keine Schnittgrößen ermittelt.

Für die Sporn- und Wandmomente gilt folgende Vorzeichenregelung:

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