GGU-FIELDCAPACITY: Berechnung nach KA5¶
GGU-FIELDCAPACITY folgt der Bodenkundlichen Kartieranleitung, 5. Auflage (Ad-hoc-AG Boden, 2005). Die Kennwerte werden je Probe in den folgenden Schritten ermittelt. Jeder Schritt erscheint als eigene Zeile auf dem Auswertungsblatt, sodass der Rechengang nachvollziehbar bleibt.
1. Feinbodenanteile¶
Die Tabellen der KA5 beziehen sich auf den Feinboden. Das Programm rechnet deshalb Ton, Schluff und Sand so um, dass ihre Summe ohne Kies 100 % ergibt:
TFeinboden = T / (T + U + S) · 100, entsprechend für U und S.
Diese Werte stehen auf dem Blatt in den Zeilen Tonanteil T, Schluffanteil U und Sandanteil S. Ergibt die Summe aus Ton, Schluff, Sand und Kies mehr als 100 %, rechnet das Programm für die Probe nicht weiter.
2. Bodenart (KA5, Tab. 30)¶
Aus den Feinbodenanteilen bestimmt das Programm die Bodenart nach dem Körnungsdreieck der KA5, zum Beispiel „Sl3" (mittel lehmiger Sand). Die Grenzen der einzelnen Bodenarten können Sie unter KA5 Bodenarten nachschlagen.
3. Einstufung der Trockenrohdichte (KA5, Tab. 68)¶
Die Trockenrohdichte wird einer der Stufen pt1 bis pt5 zugeordnet; die Grenzen stehen unter Proben eingeben.
4. Humusgehalt und Humusstufe (KA5, Tab. 15)¶
Ist der TOC-Gehalt angegeben, gilt Humus = TOC · 1,72. Der Humusgehalt wird einer der Stufen h0 bis h7 zugeordnet; die Grenzen stehen unter Proben eingeben.
5. Kennwerte des Feinbodens (KA5, Tab. 70)¶
Für die Bodenart und die Dichtestufe liest das Programm aus Tab. 70 ab:
- die Feldkapazität FK,
- die Luftkapazität LK,
- den Welkepunkt PWP (Totwasser),
jeweils in Vol.-%.
6. Zuschlag für organische Substanz (KA5, Tab. 72)¶
Für die Bodenart und die Humusstufe liest das Programm die Zuschläge für die Feldkapazität und die Luftkapazität aus Tab. 72 ab und addiert sie zu den Werten aus Schritt 5. Tab. 72 enthält Zuschläge für die Humusstufen h2 bis h5. Bei h0, h1, h6 und h7 sowie ohne Angabe zum Humus ist der Zuschlag null.
7. Abminderung um den Kiesanteil¶
Kies trägt zur Wasserspeicherung nicht bei. Feldkapazität, Luftkapazität und Welkepunkt werden deshalb auf den Gesamtboden umgerechnet:
WertBoden = WertFeinboden · (100 − Kies) / 100
Daraus ergeben sich die Zeilen Feldkapazität des Bodens, Luftkapazität des Bodens und Welkepunkt des Bodens. Für diesen Schritt muss der Kiesanteil angegeben sein, bei kiesfreien Böden also 0.
8. Nutzbare Feldkapazität¶
nFK = FKBoden − PWPBoden
Die nutzbare Feldkapazität in Vol.-% ist der Wasseranteil, den der Boden pflanzenverfügbar speichern kann.
Beispiel¶
Probe P1 aus dem Bild unter Vorab: Ton 8 %, Schluff 32 %, Sand 52 %, Kies 8 %, Trockenrohdichte 1,45 g/cm³, TOC 1,5 %.
| Schritt | Ergebnis |
|---|---|
| Feinboden | T 8,7 %, U 34,8 %, S 56,5 % |
| Bodenart | Sl3 |
| Dichtestufe | pt3 |
| Humus | 1,5 · 1,72 = 2,58 % → h3 |
| Tab. 70 | FK 27,0, LK 15,0, PWP 9,0 Vol.-% |
| Tab. 72 | Zuschlag FK + 5,0, LK + 2,0 Vol.-% |
| Feinboden mit Zuschlag | FK 32,0, LK 17,0 Vol.-% |
| Abminderung Kies 8 % | FK 29,4, LK 15,6, PWP 8,3 Vol.-% |
| nutzbare Feldkapazität | 29,4 − 8,3 = 21,2 Vol.-% (ungerundet gerechnet) |